Worauf beruht die Dual-Aktivierung®?

Die Dual-Aktivierung® beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Farbsehen der Pferde.
Pferde können besonders die Farben Gelb und Blau gut erkennen und unterscheiden.
Pferde sind im Gegensatz zum Menschen keine Tri-, sondern Dichromaten.
Das heißt, dass Dichromaten die Farben Grün und Rot nicht wahrnehmen,
da Pferde als Dichromaten mit nur zwei statt drei Farbzapfentypen ausgestattet sind.

“Ausbildung heißt, das zu lernen, von dem du nicht einmal wußtest, dass du es nicht wußtest.”

(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882) US‐amerikanischer Geistlicher, Lehrer, Philosoph und Essayist)
Wie wirkt sich das Farbsehen auf das Verhalten des Pferdes aus?
Da das Pferd ein Fluchttier ist, hat die Natur es so eingerichtet, dass Pferde
gleichzeitig mit links und rechts unabhängig voneinander sehen und Informationen
aufnehmen können (monokulares Sehen). Das bedeutet, dass das Pferd mit dem einen Auge
den vermeintlichen Puma (Puma ist hier als Synonym gemeint für z.B. den Holzstapel,
der neu ist, den lauten Rasenmäher oder die spielenden Kinder) identifiziert und mit dem
anderen schaut, wohin es flüchten kann, wenn der Puma „kommt“. Die Augen sind diagonal mit
den jeweiligen Hirnhälften vernetzt (linkes Auge + rechte Hirnhälfte und rechtes Auge +linke Hirnhälfte).
Zwischen den Hirnhälften findet –anders als beim Menschen- nur ein sehr träger
Austausch statt. Durch dieses Ungleichgewicht der Hirnhälften ist das Pferd
schlecht ausbalanciert und ist sich u.a. seiner Hinterhand nicht bewusst.
Viele Pferde sind so schreckhaft, weil sie in Gefahrensituationen mit ihren Hinterbeinen
keine Last aufnehmen können, sondern parallel fußen und Angst haben,
das Gleichgewicht zu verlieren. Meist ist übrigens der Erfahrungsspeicher des linken
Auges besser gefüllt (da das linke Auge durch z.B. führen des Pferdes von links,
aufsitzen von links etc. besser trainiert ist. Und so versucht das Pferd mit dem besser
trainierten Auge einzuschätzen, ob es sich bei dem Bild vor seinem Auge
(z.B. Mistkarre, Blumentopf, Flatterband), um „Freund oder Feind“ handelt.
Rechts-Links-Stimulation: Hier greift man auf Studien aus der Humanmedizin zurück:
Pferde verfügen wie andere Säugetiere, u.a. der Mensch,
über den Mandelkern (Amygdala) im Gehirn, eine Art Zwischenspeicher.
An dieser Stelle werden verschiedene Sinneseindrücke und Gefühle unreflektiert und
unverbunden gespeichert. Die Informationen aus dem Mandelkern sind leicht und schnell
abrufbar und reduzieren so die Reaktionszeit bei Gefahr erheblich. Werden Erlebnisse,
und meist handelt es sich hier um erschreckende oder traumatische Erlebnisse,
nicht an die linke Hirnhälfte weitergeleitet, können wirndiese nicht verarbeiten.
Um solche Dinge aus dem Mandelkern zu befreien, wird beim Menschen die EMDR
(Eye Movement Desentization and Reprocessing) angewandt – durch Rechts-Links-Reize
der Augen werden Traumata und Phobien aus dem Mandelkern gelöst und gelöscht.
Und genau dieses Wissen machen wir uns bei der Dual-Aktivierung® zu Nutze!
Dual-Aktivierung® aktiviert durch die ständigen Rechts/Links Reize das Pferd dazu,
mehr Informationen von beiden Seiten aufzunehmen und sie im Gehirn zu verarbeiten,
ein Hin- und Herschalten zwischen den Gehirnhälfte ist der Effekt.
Ähnlich den Übungen aus der Kinesiologie, den Cross Crawl Übungen.
Dualaktivierung erleichtert es dem Pferd als Folge, mehr Last mit der Hinterhand
aufzunehmen und sich gerade zu richten, es tritt vermehrt unter den Schwerpunkt in
allen drei Grundgangarten.

Der Gleichklang der Gehirnhälften beim Pferd ist laut Prof. Dr. Janßen
(Säugetierhirnforscher aus Bremen) entscheidend für:

  1. den Gemütszustand
  2. den Gesundheitszustand
  3. die Leistungsfähigkeit

Ziele der Dual-Aktivierung®

Die Dual-Aktivierung® ist ein reitweisenübergreifendes Training, das für jedermann gedacht ist,
unabhängig vom Leistungsstand des Pferdes oder Reiters. Mit der Dual-Aktivierung® bekommt
man den direkten Draht zum Pferdehirn. Ohne missverständliche Hilfen wird dem Pferd erklärt,
dass es nicht scheuen soll, wie es schneller Dressurlektionen lernt, sich ausbalanciert und
gerade richtet, beim Schmied stillsteht oder seine Bewegungen besser koordiniert.
Wenn ein Pferd in Lektionen hektisch wird oder nach einem Sprung immer heftig ist,
kann es an der mangelnden Balance liegen. Wenn alles passt, Sattel, Trense, Zähne in Ordnung sind
und medizinisch alles abgeklärt ist, liegt es oft nahe, dass etwas mit der Körperkoordination nicht stimmt.
Pferde retten sich durch “hektisch werden” oft aus der Angst, hinzufallen.
Sie werden erst wieder ruhig, wenn sie ihre 4 Beine wieder unter Kontrolle haben.
Ziele:

  • Verbesserung der Koordination
  • Verbesserung der Balance (Taktstörungen, Fluchtschemen etc. werden stets aufgrund
  • eines Balanceverlustes der Hinterhand ausgelöst; Pferde versuchen oft, über ein
  • erhöhtes Tempo die Balance zu halten)
  • Verbesserung der Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit
  • Rücken-, Hinterhand und Bauchmuskulatur werden effektiv trainiert
  • gelasseneres, souveränes Pferd

Dual-Aktivierung® in der Praxis:

Warum also nicht mal durch Gassen? Gerade Jungpferde nehmen diese Hilfe gerne an undfühlen sich sicherer.
Wir haben ja auch Fahrradfahren mit Stützrädern gelernt und konntennach einer Zeit auch ohne fahren.

Keep it simple – machen wir es dem Partner Pferd doch einfacher!

Fehler vermeiden:

  • Der Parcours passt nicht zum Pferd
  • Das Training ist zu anspruchsvoll
  • Das Training ist zu lang
  • Die Aufbau‐Kombi ist falsch
  • Es ist kein Plan für den Aufbau vorhanden
  • Es werden Hilfszügel benutzt

! Nur ausgebildete DA-Trainer verstehen es, die sachgerechte Anwendung der
Dual-Aktivierung® nach Michael Geitner weiter zu geben!


Dual-Aktivierung®: Die neue Klassik

Die Dual-Aktivierung® ist vom Prinzip nichts Neues. Das wird auch immer wieder betont.
Es ist eine geniale „Wiederentdeckung“: viele klassische Übungen werden durch die
Dual-Aktivierung® sichtbar gemacht.
Wichtige Grundsätze der klassischen Reitkunst sind die freiwillige Mitarbeit des Pferdes und
ein Muskeltraining, das das Pferd in die Lage versetzt, das Gewicht des Reiters in allen Lektionen ohne
Schaden an Leib und Seele ein Leben lang ausüben zu können. Hierzu wird der Schwung des
Pferdes- seine muskuläre Fähigkeit zur Bewegung – gefördert und die Gewichtsverteilung durch
Absenkung der Kruppe und Aufrichtung des Halses mehr auf die Hinterbeine verlegt.
Die Reiter werden angehalten, stets über ihren Umgang mit dem Pferd nachzudenken und an sich
selbst zu arbeiten; Fehler werden erst beim Reiter und nicht beim Pferd gesucht.
An diesen klassischen Grundsätzen (HdV12) orientiert sich die Dual-Aktivierung® und übernimmt
ausserdem bekannte Übungen aus der Klassik wie z.B. die Quadratvolte.

Die Klassische Reitkunst ist die Fähigkeit, das Pferd durch Güte und logisch aufgebaute Übungen,
die auf den Naturgesetzen von Gleichgewicht und Harmonie basieren, so auszubilden, dass es sich
zufrieden und selbstbewusst dem Willen des Reiters unterwirft, ohne dass sein natürlicher
Bewegungsablauf auf irgendeine Art darunter leidet.
(aus: “Aus Respekt!”)

Die Dual-Aktivierung® erreicht durch ihre 3 Säulen (Farben und Gassen, Art der Übungen und
Konzentration von Pferd und Reiter), dass Pferd und Mensch zu einem Team werden. Der Mensch sowie
das Pferd lernen durch die Visualisierung der teilweise klassischen Übungen voll dabei zu sein,
und das Pferd wird durch die ständig gerittenen rechts-links-Wechsel trainiert, sich besser zu tragen.
Beide Gehirnhälften werden gleichermaßen trainiert und die oft brach liegende linke Gehirnhälfte
wird mit angesprochen. Ein wichtiger Punkt in der Dual-Aktivierung® ist die sog. „Vorhandlastungsdauer“.
Beim Laufen bleibt das Pferd länger auf der Vorhand als auf der Hinterhand.
Das Verhältnis der Lastaufnahme Vorhand vs. Hinterhand bleibt unabhängig vom Alter oder
Ausbildungsstand des Pferdes immer gleich (vorn-hinten = 60:40), nur die Dauer der Lastaufnahme kann sich
ändern! Ziel ist es, dass das Pferd durch das Training mittels Dual- Aktivierung® vermehrt/länger Last auf
der Hinterhand aufnimmt (merke: Solange das Pferd geradeaus läuft, braucht es die Hinterhand nicht.
Aber in Kurven muss die Hinterhand ins Spiel kommen, um schlussendlich die Energie effizient einzusetzen
und die Balance zu halten).

… to be continued!?

Text von Tina Meier

www.reitenwieaufwolken.de

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